Störche in Deutschland


Übersicht Störche

Über kaum ein anderes Tier gibt es mehr Geschichten und Mythen als über den Storch. Fast jedem Kind wird die Geschichte erzählt, dass der Storch die Babys bringt. Der Storch ist in den letzten Jahrzehnten zu einem Symbol für den Naturschutz geworden. Wo Störche leben ist nach Meinung vieler Menschen die Natur noch in Ordnung. Nicht wenige Urlaubsorte in Deutschland werben mit den Storchennestern in ihrer Gemeinde.

Wissenschaftlich gehören Störche zu den Schreitvögeln. Dazu gehören zum Beispiel auch Reiher und Flamingos. Es gibt in Europa und Deutschland zwei Storch-Arten: Der Weißstorch und den Schwarzstorch. Der Weißstorch nistet fast nur ein Europa, der Schwarzstorch auch häufig in Asien. In Deutschland ist der Weißstorch der häufigere der beiden Störche. Redet man von Störchen, denkt man meist an die weißen Tiere.

Der Weißstorch

Storch (Weißstorch)
Bild: © Uwi - Fotolia.com

Merkmale Weißstorch: Einen Weißstorch erkennt fast jedes Kind. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 220 cm ist der Weißstörche einer der größten Vögel Europas. Typischerweise sind die Federn weiß, die Schwungfedern an der Unterseite des Körpers schwarz. Der sehr lange Schnabel und die Beine sind oft orange oder rot.

Nistplatz und Brut Weißstorch: Die weißen Storchart nisten gerne auf hohen Gebäuden wie auf Kirchen und hohen Schornsteinen. Viele Gemeinden und Naturschützer bauen spezielle Nestunterlage speziell für Storchennester auf hohe Dächer und Türme. Diese werden von den Störchen gerne angenommen. Das Storchenpaar baut ein Nest aus Ästen und kleinen Zweigen und legt meist um die vier Eier. Die Eier werden einen Monat gebrütet, danach dauert es weitere zwei Monate bis die jungen Störche zum ersten Mal fliegen. Selten überleben alle Jungtiere, oft sind es nur 1-2.

Ernährung der Weißstorch: Die weißen Störche lieben offene Landschaften mit Gewässern, feuchten Wiesen, Mooren und ähnlichem. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung fressen Weißstörche nicht nur Frösche, sondern auch Insekten, Mäuse, Fische, Regenwürmer und vieles mehr.

Weißstörche sind Zugvögel: Im August oder September verlassen die Störche Deutschland und fliegen zum Überwintern nach Afrika. Da sie Segler sind, können sie nicht gut über das Meer fliegen. Die meisten weißen Störche ziehen über die Straße von Gibraltar oder über die Türkei nach Afrika.

Vorkommen / Naturschutz Weißstorch: Kaum ein anderes Tier wird so aufwendig geschützt wie der Storch. Bis ins 20. Jahrhundert hatte fast jedes Dorf in Deutschland ein Storchenpaar. Seit dem Zweiten Weltkrieg nahm die Zahl der Störche zunächst deutlich ab, vor allem in der Bundesrepublik stellte man sich schon auf das Aussterben der Weißstörche ein. Etwa 1988 erreichte die Zahl der Störche in Deutschland mit etwa 3.000 Brutpaaren seinen tiefsten Stand. Seither steig die Zahl wieder an, derzeit (2012) sind es wieder etwa 5.200 Paare. Davon leben allerdings nur etwa 1.200 in den alten Bundesländern, die meisten Weißstörche gibt es in der ehemaligen DDR. Viel mehr Störche gibt es z.B. in Polen, dem Baltikum oder der Slowakei - hier hat in vielen Regionen noch jedes Dorf ein Storchennest auf der Dorfkirche. Das Hauptproblem der Storchenart ist das mangelnde Nahrungsangebot. Durch Trockenlegung von Feuchtgebieten finden die Störche vielerorts nicht mehr genug zu Essen. Es helfen eigentlich nur aufwendig Renaturierungsmaßnahmen zur Wiederherstellung von Mooren, Feuchtgebieten und Auen. Zudem finden die Störche auch in Afrika wegen Bevölkerungswachstum und Klimawandel immer weniger Nahrung. Es gibt auch illegale Jagd auf die Störche, dies spielt jedoch eine geringe Rolle. Auch sterben vermutlich wenige oder keine Störche in den neuen Windrädern zur Stromgewinnung. Manchmal sterben Weißstörche durch Überland-Stromleitungen.

Der Schwarzstorch

Storch (Schwarzstorch)
Bild: © Martina Berg - Fotolia.com

Merkmale Schwarzstorch: Diese Schreitvögel sind etwas kleiner als die weißen Störche. Die erwachsenen Tiere sind meist schwarz, oft um den Hals auch grün. Beine und Schnabel sind sehr häufig rot. Die Gesamtlänge der schwarzen Störche ist circa 1 Meter, die Flügelspannweite ungefähr 1,80 Meter.

Nistplatz und Brut Schwarzstorch: Schwarzstörche sind scheue Tiere. Sie nisten auf hohen Bäumen, oft weit weg von menschlichen Siedlungen. In Gebirgsregionen bauen sie auch auf hohen Felsen Nester. Auch sie legen, wie die weißen Störche, 3-5 Eier. Sie sind, wie die Weißstörche, sehr standorttreu und benutzen oft über Jahre das selbe Nest.

Ernährung Schwarzstorch: Die Ernährung dieser Storchart besteht vor allem aus Wassertieren zum Beispiel Fische und Frösche. Auch Insekten werden in großen Mengen verspeist. Sie leben in Wäldern und werden von Menschen somit seltener beobachtet als die Weißstörche.

Die Routen und Winterquartiere der Schwarzstörche und Weißstörche sind ähnlich. Schwarzstörche fliegen aber häufiger direkt über das Mittelmeer (z.B. Sizilien, Malta) und überwintern in den tropischen Regionen Mittelafrikas, seltener im südlichen Afrika.

Vorkommen Schwarzstorch: Sie sind in Deutschland noch seltener als die weißen Störche. Waren die Schwarzstörche in Deutschland schon fast ausgestorben (etwa 50 Brutpaare 1972), sind es nun wieder circa 600 - 700 Paare. Weltweit gibt es wohl weniger als 50.000 Schwarzstörche. Die Zahlen nehmen jedoch, zumindest in Europa, derzeit zu. Besonders im Baltikum leben wieder deutlich mehr Exemplare. In Westeuropa gibt es kaum Schwarzstörche, die meisten leben in Osteuropa. Jedoch breiten sich die Tiere mit zunehmenden Bestandszahlen wieder immer weiter Richtung Westen aus.

 

 

 

 

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