Der Braunbär in Deutschland und Europa


Bis etwa zum Jahr 1500 gab es in Deutschland flächendeckend Braunbären. Durch die Bevölkerungszunahme und die Verbesserung der Jagdwaffen wurden der Braunbär nach und nach in vielen Gegenden ausgerottet. Um 1700 gab es nur noch in dünn besiedelten Gebieten in Deutschland Braunbären, etwa im Bayerischen Wald oder in den Alpen. Aber auch diese Bestände wurden von Jägern erlegt, der letzte Braunbär in Deutschland wurde möglicherweise 1835 in den  Chiemgauer Alpen (Landkreis Traunstein) erlegt.


Bild: © Krawuzikabuzi - Fotolia.com

 

171 Jahre später, im Jahr 2006, tauchte erstmals wieder ein Braunbär in Deutschland auf. Die Geschichte von „Bruno“, wie in die Medien nannte, war kurz und hatte ein schlimmes Ende. Der Bär wurde von der konservativen, bayrischen Regierung als Problembär eingestuft und am 26.6.2006 bei Schliersee schließlich erschossen. Bruno hatte wahrscheinlich nie einen Menschen angegriffen. Für uns Naturschützer, für die die Rückkehr des ersten Braunbären nach Deutschland ein Jahrhundertereignis war, war dies ein trauriger Tag. Es zeigte sich einmal wieder, dass konservative Politik und Naturschutz schwer zusammenpassen. In einem Bundesland mit einer rot-grünen Regierung wäre so eine Tötung unserer Meinung nach wohl nie genehmigt worden.

Ob in den nächsten Jahren (Stand 2014) jemals wieder ein Braunbär nach Deutschland kommt ist unklar. In einigen Nachbarländern, wie in Österreich, gibt es aufwendige Wiederansiedlungsprojekte. Bisher war der Erfolg in Österreich eher gering. Die meisten Tiere sind wieder abgewandert, mindestens ein Tier wurde illegal geschossen.

 

Die Situation in der Schweiz für den Braunbären ist leider nicht viel besser. Hier kam es zu einigen Einwanderungen aus Italien. In der Schweiz wurden mindestens zwei Tiere in den letzten Jahren legal geschossen. Das Vorkommen der Braunbären in der Schweiz dürfte derzeit bei wenigen als 10 Tiere liegen, ähnlich wie in Österreich.

 

In den Bergen Sloweniens und Kroatiens gibt es mehrere hundert Braunbären. Hier besteht Hoffnung, dass einige dieser Bären in den nächsten Jahren über Österreich nach Deutschland wandern könnten. Auch in Polen gibt circa 50 Braunbären, allerdings nicht in der Nähe der deutschen Grenze.

 

Größere Vorkommen von Braunbären (mehr als 1000 Tiere) gibt es in Europa in Russland, in Rumänien (knapp 10.000 Exemplare) und Skandinavien (etwa 4000). Auch in der Slowakei, Spanien, Bulgarien, Griechenland und Italien gibt es Bestände von mindestens je 100 Tiere, in weiteren Ländern in Europa kleinere Bestände. Übergriffe auf Menschen sind in allen diesen Ländern eher selten. In vielen Regionen fördert der Braunbär sogar den Tourismus. Das Vorkommen des Braunbären wird als Symbol für eine intakte Natur verwendet um für ökologisch interessierte Touristen zu werben.

 

Weltweit ist das Vorkommen der Braunbären übrigens nicht gefährdet. Vor allem im nördlichen Nordamerika (Alaska und Kanada) und Sibirien gibt es mehrere 100.000 braune Bären.

 

Aussehen Braunbär: Die Tiere erreichen ein Gewicht von bis zu 300 Kilogramm und eine Gesamtlänge von bis zu 2,5 Meter. Nicht alle Braunbären werden jedoch so groß und schwer. Im Norden Europas sind die Tiere wesentlich größer als im Süden des Kontinents (z.B. auf dem Balkan). Die Fellfarbe ist meist mittelbraun bis dunkelbraun, es gibt aber auch hellere, gelbliche Tiere.

 

Lebensraum Braunbären: In Europa leben die Restbestände vor allem in dünn besiedelten Regionen wie in Hochgebirgen und großen Waldgebieten. Eigentlich könnte der Braunbär aber auch in flachen, baumarmen Gegenden gut überleben.

 

Ernährung Braunbären: Sie essen fast alles: Beeren, Gräser und andere Pflanzen stehen ebenso auf dem Speiseplan wie Fleisch. Braunbären erlegen manchmal auch größere Tiere. Häufiger ernähren sie sich jedoch von Insekten und Kleintieren. Sie fangen Fische und rauben Honig aus Bienenstöcken.

 

Sonstiges Braunbären: In der freien Wildbahn werden Braunbären etwa 25 Jahre alt. Die Lebenserwartung in Zoos ist zum Teil doppelt so hoch. Sie halten einen längeren Winterschlaf.

 

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