Halsbandsittich


Der Halsbandsittich gehört zur Gattung der Edelsittiche. Charakteristisch für diese Vogelart ist das überwiegend grüne Farbe Auf der Unterseite ist die Halsbandsittich meist grün-gelb. Auffallend ist die dunkelrote Schnabel. Seit etwa 10 Jahren kommen Halsbandsittich freilebend in Deutschland vor, vor allem in den Großstädten entlang Rhein und Mosel.


Bild:  © Renate Brecher - Fotolia.com

Namensgebend ist bei erwachsenen männlichen Vögeln der schwarze Streifen unter dem Kinn, das sogenannte Halsband. Mit Schwanz sind die Haldbandsittiche etwa 40 cm lang.

Insgesamt gibt es von dem Halsbandsittich vier Arten - zwei leben ursprünglich in Afrika und zwei in Asien.

In den letzten Jahren haben sich in Deutschland an der Rheinebene Tausende von Halsbandsittiche angesiedelt. Grund dafür ist das steigende Interesse an der Haltung dieser exotischen Vogelart, die dann aus der Käfighaltung entflohen sind. Die Halsbandsittiche haben sich als sehr widerstandsfähig gegenüber dem deutschen Klima erwiesen, weshalb sie sich in Deutschland sehr schnell vermehren. Allerdings scheint dies auf die im Winter wärmeren Regionen im Westen Deutschlands beschränkt zu sein. Die größte Anzahl von Halsbandsittichen lebt vermutlich in Deutschland in Köln. Weitere große Vorkommen gibt es in Düsseldorf und Mannheim und anderen Städten entlang des Rheins. Insgesamt wird der Bestand in Deutschland auf etwa 30.000 erwachsene Halsbandsittiche geschätzt. Im wintermilden Westeuropa breiten sich die Tiere immer weiter aus. Seit 2013 gibt es auch Nachweise in Frankfurt am Main. Auch diese Stadt ist ein guter Lebensraum für den Halsbandsittich, Frankfurt ist eine der wärmsten Städte in Deutschland. Gut beobachtet kann man die Papageien in Heidelberg. Auf einem großen Baum direkt gegenüber dem Hauptbahnhof ist ein Schlafbaum der Halsbandsittiche. Mehrere hundert Tiere sollen dort jede Nacht übernachten. Auch in Heidelberg gibt es inzwischen (Anfang 2014) 1000-2000 Halsbandsittiche. Vor allem nach milden Wintern nimmt der Bestand der Tiere deutlich zu. Der Halsbandsittich lebt zum Beispiel in größerer Anzahl auch in Amsterdam, Paris und London und am europäischen Mittelmeer.

Immer wieder fordern einige Tierschützer die Ausrottung der Tiere, da sie einheimische Tierarten angeblich verdrängen. Dies ist beim Halsbandsittich jedoch umstritten. Andere Tierfreunde freuen sich sehr über die Bereicherung der Artenvielfalt in Deutschland. Derzeit nimmt der Bestand von Halsbandsittiche in Deutschland zu. Bei Anstieg der Temperaturen durch den Klimawandel könnte sich der Vogel bald auch in anderen Städten Deutschlands niederlassen. Hamburg oder das Ruhrgebiet sind zum Beispiel im Winter nur wenig kälter als die Rheinebene. München oder Berlin sind zum Beispiel im Winter deutlich kälter. Dort ist es den Vögeln zu kalt. Es ist nicht zu erwarten, dass sich die Halsbandsittiche dort heimisch werden.

Der Lebensraum der Halsbandsittiche sind vor allem in Stadtparks und ähnliches, wie große Friedhöfe mit Baumbestand. Er nistet gerne in Baumhöhlen. Durch sein exotisches Aussehen ist er immer wieder eine Attraktion. Wenn die Papageien keine geeignete Höhlen finden, bauen sie sich welche. Oft bauen sie Löcher in Dämmmaterial moderner Häuser. Diese gefällt den Eigentümern der Häuer nicht immer. Diese Brutplätze werden in späteren Jahren auch von anderen Vögeln verwendet. Somit hilft der Halsbandsittich anderen Vogle-Arten sich erfolgreicher zu vermehren. Von Menschen aufgestellte Nistkästen werden vom Halsbandsittich gerne angenommen. Die Vögel bekommen etwa 3-6 Jungtiere.

Auch in anderen Ländern mit ähnlichem Klima wie im Westen Europas ist der Halsbandsittich inzwischen heimisch geworden. Dazu zählen beispielsweise gewisse Regionen der USA und Japan. In Zoogeschäften gibt es Halsbandsittiche in verschiedenen Farben, wie blau oder gelb. Dies sind Züchtungen, ursprünglich waren die Papageien grün. In der Natur in Deutschland haben nur die grünen Tiere eine Chance, da es die Tarnfarbe in den Blättern der Bäume ist. Blaue oder gelbe Halsbandsittiche werden schnell Beute von Greifvögeln und anderen Tieren.

Manche Biologen und Naturschützer fordern die Ausrottung der Halsbandsittiche in Deutschland. Andere Naturschützer freuen sich sehr über die Neozoen (fremde Tierart). Wir meinen, dass die Tiere auch eine Bereicherung der Natur Deutschlands sind und vielen Menschen Freude bereiten. Sie sind auch ein Hinweis und eine Warnung für den Klimawandel, der uns ja zum großen Teil vermutlich erst noch bevorsteht. Eine Tötung der Halsbandsittiche in Deutschland ist nur sinnvoll, wenn nachgewissen werden kann, dass die Tiere andere einheimische und seltene Vogelarten verdrängen. Dies ist vermutlich nicht der Fall. Der Lebensraum Stadt ist ohnehin kein wirklich natürlicher Lebensraum. Die Anzahl von weniger als 50.000 Halsbandsittiche ist auch keine wirkliche Invasion, wie die Vermehrung der Papageien in Deutschland oft in den Medien genannt wird.

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